DJI Thermal Analysis Tool 3: Wärmebilder am PC auswerten

Mit dem DJI Thermal Analysis Tool 3 (TA3) werten Sie Wärmebilder Ihrer DJI-Drohne am Windows-PC aus: Temperaturen an Punkten, Flächen und Linien messen, Emissionsgrad und Entfernung korrigieren, Berichte als PDF oder DOC erstellen. DJI bietet TA3 frei zum Download an, aktuell in Version 3.6.0 vom 11.12.2025. Eine Mac-Version gibt es nicht, und Videos wertet TA3 nicht aus.

Stand: · Angaben laut DJI · Alexander Jung, PlutoParts

Auf einen Blick

Version
3.6.0 vom 11.12.2025
System
Windows, nur 64 Bit
Sprache
Englisch, vereinfachtes Chinesisch (laut Handbuch)
Dateien
R-JPEG-Fotos unterstützter DJI-Geräte
Ergebnis
Bericht als PDF oder DOC, Bild als JPG
Download
frei auf den DJI-Downloadseiten

Welche Drohnen und Kameras unterstützt TA3?

TA3 wertet nur radiometrische Fotos (R-JPEG) unterstützter Geräte aus. Die Geräteliste im Handbuch ist von 11/2023 – für neuere Modelle zeigt die Tabelle, was DJI dazu veröffentlicht.

GerätUnterstützung laut DJI
Matrice 4T, Matrice 4TDTA3 steht im Download­bereich der Serie, und DJI nennt es in seinen Inspektions­lösungen mit diesen Drohnen. Im Handbuch (11/2023) noch nicht gelistet.
Zenmuse H30TUnterstützt seit TA3 3.3.1 (Mai 2024)
Mavic 3T, Matrice 3TD, Matrice 30T, Mavic 2 Enterprise AdvancedIn der Geräteliste des Handbuchs
Zenmuse H20T, H20N, XT SIn der Geräteliste des Handbuchs
Mavic 3TATA3 steht im Download­bereich der Mavic-3-Enterprise-Serie; eine ausdrückliche Freigabe nennt DJI nicht.
Zenmuse XT, XT2Nicht in der Geräteliste

Auswerten lässt sich nur das R-JPEG-Foto: Mavic 3T und Matrice 4T nennen als Fotoformat JPEG (8 bit) und R-JPEG (16 bit), Videos speichern sie als MP4. Ob Fotos im UHR-Modus („UHR Infrared Image“) Temperaturdaten enthalten, sagt DJI nicht – Anwender berichten, dass TA3 sie nicht auswertet. Fotografieren Sie für Messungen deshalb im normalen Infrarotmodus.

Download und Installation

  1. Öffnen Sie die Downloadseite Ihrer Drohnenserie bei DJI, zum Beispiel Matrice 4 Serie oder Mavic 3 Enterprise.
  2. Laden Sie „DJI Thermal Analysis Tool 3“ in der Windows-Version herunter und führen Sie das Setup aus.
  3. Starten Sie TA3. Die Oberfläche gibt es laut Handbuch (11/2023) auf Englisch und vereinfachtem Chinesisch.

Voraussetzung ist ein 64-Bit-Windows – laut Handbuch Windows 7, 8, 10 oder neuer. Für macOS und Linux bietet DJI TA3 nicht an.

Wärmebilder mit dem DJI Thermal Analysis Tool 3 auswerten

  1. Originale sichern

    Kopieren Sie die Fotos von der Speicherkarte auf den PC und behalten Sie eine Kopie: Speichern in TA3 überschreibt das Originalbild.

  2. Bilder laden

    „Add Folder“ lädt alle Wärmebilder eines Ordners, ein Doppelklick öffnet ein Bild. Der Temperaturfilter zeigt nur Bilder in einem bestimmten Bereich.

  3. Parameter setzen

    Entfernung, Luftfeuchte, Emissionsgrad und reflektierte Temperatur eintragen – für viele Bilder auf einmal mit „Batch Edit“.

  4. Messen

    Punkt, Rechteck, Kreis oder Linie setzen. Rechteck, Kreis und Linie zeigen Höchst-, Tiefst- und Mittelwert.

  5. Darstellung wählen

    10 Farbpaletten wie White Hot oder Iron Red, Einheit °C, °F oder K. Die Enden der Farbskala ziehen Sie auf den Bereich, der Sie interessiert – die Messwerte ändert das nicht.

  6. Exportieren

    Bericht als PDF oder DOC mit Messwerten, Parametern und Anmerkungen, auf Wunsch mit eigenem Logo und für viele Bilder auf einmal – oder das Bild als JPG mit Messpunkten und Farbskala. Die Messungen selbst zeigt nur TA3.

Die vier Messparameter

ParameterWas Sie eintragen
EntfernungAbstand zwischen Kamera und Objekt. Zu nah oder zu weit vergrößert den Messfehler.
Relative LuftfeuchteLuftfeuchte vor Ort, Standard 70 %, möglich 20–100 %. Der Einfluss ist laut DJI gering.
EmissionsgradWert des Materials, siehe Tabelle unten. Er beeinflusst das Ergebnis stark.
Reflektierte TemperaturOhne sehr heiße oder kalte Objekte in der Nähe: die Umgebungs­temperatur.

Werte außerhalb des zulässigen Bereichs setzt TA3 auf den Grenzwert. Für Bilder der Zenmuse H30T lässt sich zusätzlich die Umgebungstemperatur eintragen.

Emissionsgrade gängiger Materialien

Richtwerte für die Eingabe in TA3 – je nach Oberfläche und Temperatur weichen echte Werte ab.

MaterialEmissions­grad εgemessen bei
Dachpappe0,9320 °C
Ziegel, rot, rau0,9320 °C
Beton0,9325 °C
Holz0,9470 °C
Flachglas0,92–0,94–
Kunststoff (PE, PP, PVC)0,9420 °C
Gips0,9020 °C
Gummi, weich, grau0,8623 °C
Lack, schwarz, matt0,9780 °C
Lack, weiß0,9590 °C
Aluminium, poliert / oxidiert0,09 / 0,11100 / 200 °C
Stahl, poliert / oxidiert0,07 / 0,7940 / 200 °C
Kupfer, poliert / oxidiert0,03 / 0,7620 / 130 °C
Eis, glatt0,970 °C
Schnee, fein / grobe Flocken0,82 / 0,89−7 / −8 °C
Menschliche Haut0,97–

Die meisten Metalle reflektieren Wärmestrahlung wie ein Spiegel – auf blankem Metall ist die Messung deshalb unsicher. Werte: Testo, Leitfaden zur Infrarot-Messtechnik (2014); Haut: FLIR, Thermografie-Handbuch (2011).

Damit die Werte stimmen

  • Gebäude: In der Regel braucht es mindestens 10 °C Unterschied zwischen innen und außen.
  • Photovoltaik: mindestens 500 W/m² Einstrahlung, am besten 700 W/m², wolkenloser Himmel und möglichst Windstille.
  • Blickwinkel: Auf PV-Module sind 5 bis 60° ein guter Kompromiss (0° = rechtwinklig).
  • Aufnahme: Fotos statt Video, normaler Infrarotmodus statt UHR – und die Entfernung zum Objekt notieren.
  • Einflüsse: Reflexionen, Blickwinkel, Entfernung, Tageszeit, Rauch, Staub und Lack beeinflussen laut DJI die Messung.
  • Sonne: Das Infrarotobjektiv nie auf Sonne oder Laser richten – der Sensor kann dauerhaft Schaden nehmen.

Werte für Gebäude und Photovoltaik: FLIR, Thermografie-Handbuch (2011).

Messbereich und Genauigkeit

KameraHigh GainLow GainGenauigkeit
Mavic 3T, 3TA (640 × 512)−20 bis 150 °C0 bis 500 °C±2 °C oder ±2 % (High Gain), ±5 °C oder ±3 % (Low Gain)
Matrice 4T (640 × 512)−20 bis 150 °C0 bis 550 °C±2 °C oder ±2 % (High Gain), ±5 °C oder ±3 % (Low Gain)
Zenmuse H30T (1.280 × 1.024)−20 bis 150 °C, mit Filter bis 450 °C0 bis 600 °C, mit Filter bis 1.600 °C±2 °C oder ±2 % (High Gain), ±5 °C oder ±3 % (Low Gain); mit Filter gröber

Es gilt jeweils der größere Wert. Bis 150 °C misst der High-Gain-Modus genauer. Filter = Infrarot-Dichtefilter der H30T.

Was TA3 nicht kann

AufgabeTA3Stattdessen
Videos auswertenNein, nur R-JPEG-FotosTemperaturen live während des Flugs messen (Punkt und Fläche)
Wärmekarte einer FlächeNein, nur einzelne BilderDJI Terra (2D-Wärmekarten seit Juli 2026) oder PIX4Dmatic, das laut Pix4D ab Version 2.9.0 DJI-Wärmebilder verarbeitet
Mac oder LinuxNein, nur Windows (64 Bit)Windows-PC
Messwerte in anderen ProgrammenNein, sichtbar nur in TA3Bild als JPG oder Bericht exportieren
Messwerte als Tabelle (CSV)Im Handbuch nicht genanntDJI Thermal SDK für Entwickler (Windows, Linux)

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Häufige Fragen

Gibt es das DJI Thermal Analysis Tool 3 für Mac?

Nein. DJI bietet TA3 nur für Windows mit 64 Bit an, auch eine Linux-Version gibt es nicht. Für die Auswertung brauchen Sie einen Windows-PC.

Ist TA3 kostenlos?

Sie laden TA3 frei auf den DJI-Downloadseiten herunter. Einen Preis oder Lizenzschlüssel nennt DJI dort nicht.

Gibt es TA3 auf Deutsch?

Laut Handbuch (Stand 11/2023) gibt es die Oberfläche nur auf Englisch und vereinfachtem Chinesisch. Die wichtigsten Begriffe erklärt diese Anleitung auf Deutsch.

Funktioniert TA3 mit der Matrice 4T und der Mavic 3TA?

DJI stellt TA3 in den Downloadbereichen beider Serien bereit und nennt es in seinen Inspektionslösungen mit der Matrice 4T. In der Geräteliste des Handbuchs von 11/2023 fehlen beide noch.

Warum zeigt TA3 bei meinem Bild keine Temperaturen?

TA3 wertet nur R-JPEG-Fotos unterstützter Geräte aus. Videos, normale JPEG-Fotos und laut Anwenderberichten auch Fotos im UHR-Modus enthalten keine auswertbaren Temperaturdaten.

Kann TA3 Wärmebildkarten erstellen?

Nein, TA3 wertet einzelne Fotos aus. 2D-Wärmekarten mit Temperaturmessung erstellt seit Juli 2026 DJI Terra, unter anderem für Mavic 3T, Matrice 4T und 4TD. Außerdem verarbeitet laut Pix4D die Software PIX4Dmatic ab Version 2.9.0 DJI-Wärmebilder.

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